Erfahrungsbericht vom Schüler Ruddy Brandon

übersetzt von Pia.

Mein Name ist Ruddy Brandon Argollo Huayllani, ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse. Derzeit nehme ich an den Förderkursen für Mathematik, Physik und Chemie teil, die uns mein Projekt (Renovación) anbietet. Ich bin sehr froh, dass ich an diesen Kursen teilnehmen kann, denn sie sind sehr individuell gestaltet und helfen uns, denn Unterrichtsstoff zu lernen, den wir in der Schule nicht verstehen. Meine Mutter ist froh, dass ich zu dem Projekt komme, denn sie weiß, dass es mir sehr hilft. Außerdem kennt sie die Regeln, die wir einhalten, damit wir uns nicht mit Corona anstecken.

Für mich sind diese Kurse sehr wichtig. Die Coronapandemie hat zu großen Veränderungen in meinem Leben geführt. Zusammen mit meiner Familie und meinen Freunden dachte ich, dass es höchstens einen Monat dauern würde und dass danach alles wieder normal werden würde. Aber dem war nicht so. Wir begannen wirtschaftliche Probleme zu bekommen und weil wir eingekapselt waren und niemand das Haus verlassen konnte, wir konnten nicht einmal Arbeiten.In Bezug auf Bildung hatte ich anfangs Probleme, weil wir mehr als einen Monat lang keinen Unterricht hatten. Dann begannen wir mit virtuellem Unterricht. Das war etwas Neues für ich. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mich daran zu gewöhnen und auch noch jetzt habe ich einige Schwierigkeiten.

Aber nicht nur das, die Folgen der Pandemie wirken sich auch auf unsere Finanzen zuhause aus. Wir haben zu Hause kein Internet und jeden Tag mussten meine Eltern 20 Bolivianos (Anmerkung: 2,50 Euro) ausgeben, um für meine Schwester und mich Handyguthaben zu kaufen. Zudem gaben sie auch Geld für ein Handy aus, das nicht sehr gut ist, aber mir hilft am Unterricht teilzunehmen. In den letzten Monaten sind die Preise für Handys sehr stark gestiegen. Manchmal konnte ich nicht am Unterricht teilnehmen, da ich kein Guthaben kaufen konnte. Oft war der Internetempfang nicht gut und ich konnte nicht hören, was der Lehrer uns erklärte. Es war sehr schwierig und ich kam im Unterricht nicht mehr mit. Die Lehrer wollten normal ihren Unterrichtsstoff vermitteln und gaben viele Hausaufgaben, ohne auf individuelle Probleme und Fragen einzugehen. Es war nicht dasselbe wie im Präsenzunterricht.

Da unser Land nicht auf ein Ereignis wie die Pandemie vorbereitet war, wurde im vergangenen Jahr das Schuljahr bereits im Juli beendet (Anmerkung: normalerweise endet es im Dezember). Dieses Jahr hat sich das Problem für mich nicht verbessert. Vor allem in den drei Fächern Mathematik, Physik und Chemie, da ich einige Inhalte vom letzten Jahr immer noch nicht verstanden habe und die aktuellen Inhalte stark auf den vergangenen aufbauen. Die Lehrer gehen davon aus, dass wir bereits alles verstanden haben. Das ist jedoch nicht so und hindert uns am Lernen. Ich danke meinem Projekt (Renovación) und Yana Paña, denn diese Unterstützung ermöglicht es mir, mein Studium besser fortzusetzen. Sie nimmt mir Stress und verschafft mir eine Pause in dieser Zeit der Probleme, die uns alle betrifft. Dankeschön!!!! 

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